„Herzlichen Glückwunsch – oder auch nicht?“ Wie wir Mitarbeitenden zum Geburtstag gratulieren (sollten)

Neulich hatte ich Geburtstag. Viele liebe Glückwünsche trudelten ein – von Familie, Freunden, Kolleginnen und sogar von der Stiftung Warentest. Letztere fragte mich: „Haben Sie schon Ihren Nachlass geregelt?“ Ich fand das originell. Und ein bisschen makaber. Aber hey – wenigstens denkt jemand an mich.

Apropos originell: Wie gratulieren wir eigentlich unseren Mitarbeitenden zum Geburtstag?

Ich erinnere mich, das ist bestimmt schon 30 Jahre her, an einen heliumgefüllten Luftballon an dessen Bändsel eine (Sammel-) Telefonkarte mit einem netten Motiv von Kempinski Hotels baumelte. Für die jüngeren Leser: Das war zu der Zeit ein sehr begehrtes Geschenk. (siehe Bild)


Oder in einem anderen Münchner Hotel an ein Geburtstagskaffeetrinken, bei dem alle Mitarbeitenden eingeladen waren, die im letzten Monat Geburtstag hatten. Neben einem Glas Sekt, Kaffee und Kuchen gab es drei Übernachtungsgutscheine in Schwesterhotels zu gewinnen. Das war nett. Und verbindend. Damals.


Dann hatte ich noch einen „Kurzzeit“-Vorgesetzten, der meinte: „Geburtstag ist keine Leistung – also gratuliere ich auch nicht.“ Und so war es dann auch: kein Gruß, kein Schreiben, nichts. Auch so kann man in Erinnerung bleiben.

 

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Haben Sie Ihren Weg schon gefunden? Ich finde ein „Herzlichen Glückwunsch!“ passt noch auf die to do Liste. Im Unternehmenskontext steckt hinter dieser simplen Grußformel eine große Chance:


Geburtstagsglückwünsche sind ein Türöffner für echte Wertschätzung – und ein stiller Motor für Teamzusammenhalt.


Denn mal ehrlich: Wann sonst haben wir einen so persönlichen Anlass, um einem Menschen zu zeigen, dass wir ihn sehen, schätzen und feiern?


„Alles Gute zum Geburtstag“ ist nett. Aber „Liebe Frau Müller, wir schätzen Ihre ruhige und lösungsorientierte Art sehr – schön, dass Sie Teil unseres Teams sind. Ich wünsche mir, dass wir noch viele Geburtstage hier mit Ihnen feiern können.“ ist ein echtes Kompliment. Solche Sätze wirken wie ein Espresso fürs Selbstwertgefühl: kurz, stark, belebend.


Es geht auch nicht um den Wert eines möglichen Geschenks, sondern um die Wertschätzung. Der Geburtstag ist in meinen Augen ein idealer Moment, um positives Feedback zu geben. Es ist ein Signal: Du bist mir/uns wichtig. Und das wirkt nach.


Und nächstes Jahr?

Mein Nachlass ist bis dahin geregelt – danke, Stiftung Warentest, für den freundlichen Reminder.


Bleibt nur die Frage: Wer gratuliert mir nächstes Jahr?


Vielleicht bekomme ich wieder eine vorausschauende von  Stiftung Warentest „Haben Sie Ihre Grabrede schon vorbereitet? – 50 Redner im Test – nur einer sprach unter 20 Minuten.“


In diesem Sinne: Alles Gute für das neue Lebensjahr!